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Von der Treue der Deutschen …

Dr. Thomas WeißIch las gestern erneut den Artikel Neue Zugänge zur Heilung der Gesellschaft von Dr. Thomas Weiß und möchte aus diesem mehr als lesenswerten Text eine Passage zu einem Thema zur Diskussion stellen, die nach der „Umerziehung“ der Deutschen (siehe) ein besonderes Geschmäckle hat: Treue. Denn sie hat in diesem angesprochen, übermittelten Weltbild die Deutschen ein drittes Mal in ein großes Chaos gestürzt, wenn wir den „ersten“ 30-Jährigen Krieg mitrechnen (es gibt den Begriff des „zweiten 30-Jährigen Kriegs„, der von 1914 bis 1945 andauerte). 

Wenn wir einen Menschen wahrnehmen, der begeistert von der Ehre und Treue spricht, dann stecken wird Deutschen diesen reflexartig in die „rechte“ Schublade. Zu un“recht“? Hören wir als mal kurz in den Teil eines Interviews mit Herrn Weiß:

Was wäre für dich eine besondere Qualität der Deutschen, die sie zum Wohl anderer Nationen einsetzen könnten?

Die vielleicht wichtigste Qualität und Stärke der Deutschen ist aus meiner Sicht der Zugang zur Kraft der Treue. Jede Nation verwahrt bestimmte Kräfte und kann über die richtige Anwendung ihres symbolischen Mantrams diese Kräfte im Sinne des Wohles aller Völker anwenden. Auch die Deutschen verwahren als Nation große Kräfte. Keine Nation kann wohlmöglich die Kraft der Treue so klar und stark kanalisieren wie die deutsche Nation. Wenn wir nicht verstehen, was Treue ist, werden wir diese Kräfte missbrauchen, so dass sie sich gegen uns selbst wenden. Wie das geht, haben die Nationalsozialisten bis ins kleinste Detail gezeigt. Treue ist das Gegenteil von dem, was die Nationalsozialisten daraus gemacht haben, nämlich blinder Gehorsam, sklavische Unterwerfung unter eine Doktrin, Rassenhass und Rassenüberlegenheit. In dem heutigen Streben nach wirtschaftlicher und damit finanzieller Dominanz oder nach technischer Überlegenheit sind wir erneut auf eine schiefe Bahn geraten. Wir tragen zu großen Ungleichgewichten in der Welt bei, nützen unsere Marktmacht zu unseren Gunsten, statt sie abbauen zu helfen.

Ein Wesenskriterium der Treue ist das innige Verbundensein, das starke Angeschlossensein an tieferes Wissen, an zeitlose geistige Werte. Wo die Treue stark ist, gibt es kein Zögern und Zaudern. Treue hat einen starken Bezug zum Willen, zur Bündelung von Kraft. Treue ist wie ein dickes Starkstromkabel, das aus vielen miteinander verwobenen kleinen Einzelkabeln besteht. Treue ist ein geistiges Kraftprinzip und kann große aktivierende wie harmonisierende Kräfte für andere mobilisieren. In dieser Weise hat Deutschland mit seiner Musik und seiner Philosophie der Welt viel bereits gegeben. In der Umweltbewegung und Energiethematik sowie im Qualitätsdenken lässt sich ein gegenwärtiger Ausfluss dieses Zuganges zur Kanalisierung zeitloser geistiger Werte erkennen. Hier deuten sich auch die Gefahren des Missbrauches an, wenn wir diese Stärke einsetzen, um über andere Nationen zu dominieren.

Es ist nur bedingt möglich, über diese Dinge zu sprechen. Nicht weil etwas geheim zu halten wäre, sondern weil es nur insoweit fassbar ist, wie bereits ein Zug zum Handeln latent erkennbar ist. Jeder der sich in die Kraft der Treue einfühlt, kann sie spüren. Das ginge auch mit anderen Wertbegriffen, aber als Deutscher oder Deutsche geht das mit der Treue wohl am leichtesten. Wenn unter dem einigenden Band der Treue sich in Deutschland Gruppen zusammenfinden würden, könnten sie für die Welt viel bewirken. Je mehr Menschen im Sinne der vereinigenden Kraft gemeinsam aktiv werden, umso klarer tritt die begrifflich fassbare Kraft hervor. Beuys sagte, dass wer die Revolution der Begriffe überspringe und nur gegen die äußeren Verkörperungen der Ideologie anrennt, scheitern wird. Er wird entweder resignieren, sich mit Reformen begnügen oder zum Terroristen werden, drei Formen des Sieges des etablierten Systems.

Was aber, wenn diese Treue-Tugend dazu führt, dass sie mit Blindheit beschlägt, so wie es Napoleon in diesem Zitat über die Deutschen feststellt:

Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.

Oder zublindem Gehorsam gegenüber der Obrigkeit, wie es dieser Hoax-Artikel treffend beschreibt? : Der Deutsche: absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage!

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Warum ist der Mensch korrupt?

Februar 17, 2012 70 Kommentare

Gerade ist ein Suchender mit der Frage

Warum ist der Mensch korrupt?

auf diesem Blog gelandet. Vermutlich weil nun selbst unser Bundespräsident, den wir uns alle als ehrenwert und tugendhaft vorstellen und für solches Handeln werbend wünschen, selbst in diesem Licht steht …

Ja, warum sehen wir so viele Regelbrechungen, die mit dem Mehr-habe-wollen in Verbindung stehen (das Thema war der zweite Antrieb, das Chaos dieser Welt verstehen zu wollen, siehe den zweitmeist mit 4.500 Kilcks gelesenen Artikel Compliance: Warum man sich um die Einhaltung von Regeln kümmern sollte und nicht wegschauenauf unserem Blog).

Wann verletze ich jemand Anderen?
Wenn es um mein Überleben geht?
Aber bei der Korruption geht es um meinen Vorteil, weniger um mein Überleben. Warum dann?
Weil ich ein Psychopath bin, und nicht empfinden kann, dass der andere durch mein Handeln zu Weiterlesen …

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