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Posts Tagged ‘Unzufriedenheit’

Über unser Parteiensystem, Gleichgültigkeit und das Führenlassen – eine Kritik

bundestagNachdem ich schon kritische Punkte zu unserer ausgestalteten Demokratie aufgeworfen habe, wollte ich noch einen Blick auf unser Parteiensystem werfen. Wie viele Bürger schon unangenehm bemerkt haben, kümmern sich unsere Parteien mehr um den eigenen internen Machterhalte als auch den der Partei im Parlament als darum, mehr Gutes für unsere Gemeinschaft zu tun. Und da wir das sehen, aber wenig dran tun zu können glauben, beantworten wir das zunehmend mit Gleichgültigkeit und verweigern das Wählen. Es bringe eh nichts, egal wen man wählt, es passiert ja doch eher nicht, dass sich etwas zum Besseren unserer Gemeinschaft ändert.

Mein Bauch sagte mir, dass das vielleicht an etwas im System-liegenden sein könnte und bin wieder auf die Suche gegangen und fündig geworden. Vor 100 Jahren hatte sich der deutsch-italienische Soziologe Robert Michels die Herrschaftskritik in den Mittelpunkt seiner Analysen des Parteiensystems gestellt und seine Überlegungen in seinem Werk „Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie“ veröffentlicht.

Sein Fazit ist, dass es gar nicht anders kommen kann, als dass sich Parteien in der Form, wie wir sie gerade wahrnehmen, ausbilden müssen. Egal mit welchen heeren Zielen sie starten, am Ende stehe immer eine Organisation, die weniger um Inhalte kämpft als um die Wahrung interner und externer Machtstrukturen.

William Wright hat die Überlegungen von Robert Michels in dem Artikel Radikale Kritik des Parteiensystems auf graswurzelrevolution 2002 wie folgt zusammengefasst:

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Das Gesetz der Oligarchie

Nach Michels ist die Parteiendemokratie eng mit der Monarchie verwandt, nur herrscht anstatt einem König Weiterlesen …

Mit unserer Profitorientierung können wir nicht mehr weiterleben

Februar 27, 2011 7 Kommentare

Hamster (Quelle: Wikipedia)

So lautet der Artikel von Michael Hesse im Kölner Stadt-Anzeiger vom 24.02.2011. Er bespricht das Buch Dem Land geht es schlecht: Ein Traktat über unsere Unzufriedenheit des US-Historikers Tony Judt. Sein Artikel beginnt mit einer Sequenz, die ich 1:1 hier wiedergeben möchte, weil ich sie anders formuliert nur verbiegen würde. Er formuliert sehr kompakt, was ich vor Kurzem in meinem Post Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: konstante Arbeitslosenzahl, Zocken mit Geld, Hungern durch Fleisch, riskante Großprojekte … ausgesprochen habe:

„Wir leben in einer verkehrten Welt. Es ist ein untrügliches Gefühl, dass in unserem Leben etwas nicht stimmt. Dass der Lauf der Dinge in unserer Gesellschaft etwas Grundfalsches an sich hat. Obwohl der private Wohlstand gewachsen ist, hat die öffentliche Verwahrlosung zugenommen. Es geht um vernachlässigte Schulen, Arbeitslose, Wohnungslose, zahlungsunfähige Kommunen. Die soziale Kälte hat zugenommen, und die Integration der sozial Schwachen gestaltet sich schwieriger. Wir kennen kaum mehr Antworten auf die großen sozialen Fragen unserer Zeit, geschweige denn die der Zukunft.

Tony Judt sieht als Grund dafür, das seit 30 Jahren verherrlichte Gewinnstreben. Es geht nicht mehr um Wert sondern um Kosten. Es wird nicht mehr hinterfragt, was eine Entscheidung für das Gemeinwohl bedeutet sondern Weiterlesen …

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